Es war ein schöner Morgen als wir mit unserer kleinen Gruppe nach London geflogen sind. Der Auftrag an die West-Travel-Crew war klar und einfach: Gutes englisches Guinness, ein schönes Hotel. Ein klein wenig Kultur und das wichtigste: Ein gutes Finale.
Unser Reiseleiter Karl gab sich alle Mühe das Mögliche dann auch möglich zu machen. Aber mit dem Spiel hat es nicht so hin gehauen. 1. Halbzeit Gähn, 2. Halbzeit Gähn, und dann tauten sie in der Verlängerung endlich auf und dann ist es mal wieder wie immer im Fußball: der Bessere verliert.
Der Reihe nach. Ein schöner geruhsamer Flug nach London und eine wohlbehütete Busfahrt lagen hinter uns und der Fußballtempel schlechthin lag vor uns.
Das Herz eines jeden Fußballfans schlägt höher wenn er vor Old Trafford steht, auch meines.
Und das Betreten der Arena und den Anblick der Fans war schon ein traumhaftes Erlebnis. Klar war es nicht gerade ein Traum, dass zwei italienische Mannschaften gegeneinander spielten, aber Finale ist und bleibt Finale. Der Moment, indem wir den Tempel betraten bleibt mir unvergessen. Oben die Juve-Fans und unten die Milan Fans. Und es war ein Höllenlärm. Hier waren mit Sicherheit 40.000 Norditaliener zu Gast, ein Segen für die Reiseindustrie.
Und wir mit unserer kleinen 10 Mann starken Gruppe. Tonight´s the night und nach dem Spiel freuen wir uns auch schon alle auf ein gepflegtes englisches Guiness im Pub. Der liebe Karl hat uns versprochen, dass wir bestimmt noch ein gepflegtes Bierchen bekommen. Und er hat Wort gehalten, aber erst mal mussten wir uns im Stadion mit einem Bier des Hauptsponsors AMSTEL begnügen.
Die Mannschaften, angeführt vom deutschen Schiedsrichter Markus Merk, betreten den Rasen und vor allem die beiden Spielführer Maldini und Del Piero strahlen eine große Ruhe aus. Diese beiden erfahrenen alten Hasen die im Fußball schon soviel Jahre zu den Besten der Welt gehören. |
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Das Imposanteste an den 90 Minuten waren allerdings die Fans. Das Stadion war eingetaucht in die Farben der beiden Vereine. Das Finale der Champions League ohne englische, deutsche und spanische Beteiligung, ein rein italienisches Finale, die häufig vorprogrammierte Langeweile herrschte vor.
Doch in der Verlängerung legte vor allem Juventus einen Zahn zu und auch die Fans sorgten dafür das die Stimmung im Stadion anstieg und die Spannung bis zur letzten Minute erhalten blieb. Der deutsche Merk machte keinen Fehler und so gab es am Ende nur einen Sieger. Capitano Maldini präsentiert den Pokal der Champions, den er schon so oft in der Hand hatte, und der Sieger hieß AC MILAN.
Nachdem Spiel ging es dann ins ortsansässige Hilton-Hotel und vorher gab es das versprochen Bier - die Abende an der Theke mit Karl sind unvergessen. Abgesehen davon, dass er ein wandelnder Fußball-Allmanach ist, ist er auch ein guter Organisator, vor allem hat er der geschlossenen Küche noch ein paar Sandwich abgeschwätzt und der Mann hinter der Theke hat gelernt, dass das Wort "Sperrstunde" ein Böses ist.
Auf dem Bild sehen Sie die Vorhut unserer Gruppe um den Inhaber des Schliffkopf-Hotels Erich Fahrner und Hans Peter Bauer, und nicht zu vergessen den Heini aus Trier (wer ihn nicht kennt sollte das unbedingt nachholen).
Am nächsten Morgen dann quälte uns Karl zur versprochenen Kultur und nach einem 2,5-stündigem Ritt durch Mittelengland landeten wir in Cambridge, einer wunderherrlichen Stadt. Und scheinbar wird die alte WEST-TRAVEL maxime: KULTUR MUSS SEIN, von Karl bis zum bitteren Ende durchgezogen. Aber bevor es dann zum Flughafen London ging und dann nach Hause, gab es zum Abschied noch ein gepflegtes Bier im Pub.
Liebes West-Travel-Team – Danke für einen perfekten Trip
Quelle: Sebastian Reinhardt – Mannheim 2003 |